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Was können Gehirn-Computer-Verbindungen (noch nicht)?

Ringvorlesung WS 2019/2020 | Montag, 13. Januar 2020

Was können Gehirn-Computer-Verbindungen (noch nicht)?


Vortrag von Prof. Dr. Niels Birbaumer, Institute for Medical Psychology and Behavioural Neurobiology, University Tübingen

 

Angesichts der Tatsache, dass unser Gehirn Ursprung und Ursache (man beachte das "Ur" als Vorsilbe) unseres Bewusstseins und allen Verhaltens, Denken und Fühlens ist, muss man sich fragen, ob seine Erforschung andere Theorien und Methoden benötigt als die Erforschung anderer lebenswichtiger Organe wie etwa des gastro-intestinalen Systems oder des kardiovaskulären Systems.

Unsere Antwort auf diese schwierige Frage ist, dass es nicht andere, aber zusätzliche Methoden benötigt, vor allem wenn es um die Erforschung von Hirn-Verhaltensbeziehungen geht. Als Beispiel wählen wir unsere Forschungen zu Gehirn-Computer-Verbindungen mit vollständig gelähmten Personen und Schlaganfallpatienten aus. Dabei zeigt sich unter andere, dass es enorm schwierig ist, selbst bei Menschen mit weitgehend gesundem Gehirn, irgendwelche Aussagen – selbst bei Anwendung neuester Methoden der Hirnforschung- über deren Seelenleben zu machen, wenn die Kommunikationswege des Gehirns zur Außenwelt unterbrochen sind.

Wenn solche Personen aber Hirnkommunikation lernen, stellt man erstaunt fest, dass viele Vorhersagen über die innerpsychischen Abläufe nicht haltbar sind und uns bisher zumindest auch mit molekularen, genetischen und bildgebenden Verfahren der Zusammenhang von Hirn und Verhalten nur schwer gelingt. Wohl aber erlauben uns die gegenwärtigen Methoden der Hirnforschung begründeten Zweifel und viele neue Fragen an uns selbst zu stellen.

 

 

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