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Lernen, Erinnern und Vergessen: vom Molekül zum Verhalten

Ringvorlesung WS 2019/2020 | Montag, 25. November 2019

 

Lernen, Erinnern und Vergessen: vom Molekül zum Verhalten


Vortrag Prof. Dr. Hannah Monyer, Deutsches Krebsforschungszentrum Heidelberg

 

Spätestens seit den 50ger Jahren des letzten Jahrhunderts wissen wir, dass bestimmte Gedächtnisformen klar voneinander abgrenzbare Entitäten darstellen, verstehen jedoch weiterhin nur wenig darüber, ob und wie diese zueinander stehen. So belegte beispielsweise die von Brenda Millner publizierte Fallstudie zu dem Patienten HM, dass Gedächtnisstörungen durchaus nur das Kurzzeit- jedoch nicht das Langzeitgedächtnis betreffen können. Aus dieser Studie schloss man auch darauf, dass die Gedächtnisstörung die Folge einer Läsion ist, die eine bestimmte Hirnstruktur, nämlich den Hippokampus betraf.

Im Vortrag soll dargestellt werden, was wir heute, 60 Jahre nach der Erstbeschreibung des Patienten HM, über das Gedächtnis wissen. Ich konzentriere mich dabei auf das episodische Gedächtnis, d.h. auf jene Gedächtnisform, die es uns ermöglicht zu erinnern, was wann wo stattgefunden hat. Herangezogen werden Beispiele aus der Hirnforschung, anhand derer gezeigt werden soll, wie Gedächtnis im Labor untersucht wird.

Diskutiert werden soll die Relevanz von Tierversuchen für das Verständnis von hochkomplexen kognitiven Prozessen, wie zum Beispiel Gedächtnis, beim Menschen. Ich werde erläutern, wie das Entstehen, Konsolidieren und Speichern räumlicher Repräsentationen empirisch untersucht werden. Eingegangen werden soll auch auf das Thema Schlaf und Erinnerung, und wie gespeicherte Erinnerungen kontinuierlich modifiziert und vergessen werden.

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