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Die Evolution des Denkens

Ringvorlesung WS 2018/2019 | Montag, 07. Januar 2019

Die Evolution des Denkens


Prof. Dr. Onur Güntürkün, Fakultät für Psychologie, AE Biopsychologie, Ruhr-Universität Bochum

Bis vor kurzem dachte man, dass ohne eine große Hirnrinde, wie sie zum Beispiel der Mensch besitzt, höhere Denkprozesse nicht möglich sind. Doch jetzt entdecken wir, dass auch Vögel mit Gehirnen von ca. zehn Gramm und ohne Hirnrinde Denkleistungen erbringen können, die auf dem Niveau von Schimpansen liegen. So können Raben in die Zukunft planen, Krähen bauen komplexe Werkzeuge und Elstern erkennen sich selbst im Spiegel.

Die neuen Erkenntnisse zwingen uns, neu über die Evolution des Denkens und die neuronalen Grundlagen von höheren Kognitionen nachzudenken. In seinem Vortrag möchte Onur Güntürkün zeigen, dass Vögel und Säugetiere zwar sehr unterschiedliche Architekturen ihrer Gehirne besitzen, aber in vielen Details doch sehr ähnliche neuronale Mechanismen entwickelt haben. Erstaunlicherweise entstanden diese Ähnlichkeiten aber nicht durch ein gemeinsames Erbe, sondern entwickelten sich im Verlaufe der Evolution in nahezu identischer Art und Weise bei beiden Tiergruppen. Intelligente Gehirne sind somit mehrfach in der Evolution entsprechend sehr ähnlichen Prinzipien entstanden.

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